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Dienstag, Januar 28, 2020
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E-Auto-Analyse: Deutschland jetzt drittgrößter Markt

Das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach hat seine Gesamtjahresbilanz 2019 für die E-Mobilität im internationalen Vergleich veröffentlicht. Während es demnach eine rückläufige Entwicklung in China und den USA gab, glänzte Deutschland mit weltweit den höchsten Zugewinnen bei E-Fahrzeug-Neuzulassungen.

Die Absatzentwicklung von Elektrofahrzeugen – das CAM versteht darunter reine Batterie-Fahrzeuge und Plug-in-Hybride – zeigte sich laut der Auswertung 2019 in den wichtigsten globalen Automobilmärkten sehr uneinheitlich. Bestimmt wurde die Marktentwicklung vor allem von den regulativen Bedingungen und Förderkulissen. 2019 sei damit global ein Übergangsjahr der E-Mobilität mit stagnierenden weltweiten Absatzzahlen gewesen, so das CAM. Ab 2020 sei jedoch bedingt durch weitere Regulationen und neue Fahrzeugmodelle mit starken Zuwächsen insbesondere in Europa zu rechnen.

China verzeichnete als Leitmarkt im vergangenen Jahr der Analyse zufolge einen deutlichen Absatzrückgang bei E-Fahrzeugen. Seit einer Reduzierung der Stromer-Förderung ist der Elektrofahrzeugmarkt in der Volksrepublik regelrecht eingebrochen. 2019 fiel in China die Zahl der reinen E-Autos auf rund 972.000, was einem Anteil von 81 Prozent entspricht. Rund 19 Prozent der E-Fahrzeuge waren Plug-in-Hybride. Zum Jahresabschluss 2019 wurden auf dem chinesischen Markt rund 1,2 Millionen Elektrofahrzeuge abgesetzt. Ihr Marktanteil an den Gesamtzulassungen stieg aufgrund der hohen Dynamik im ersten Halbjahr trotz Absatzrückgang von 4,5 auf 4,7 Prozent.

Abbildung1
Absatztrends E-Fahrzeuge 2019/2018 (Zum Vergrößern anklicken)

Mit den USA zeigte auch der zweitgrößte E-Fahrzeugmarkt 2019 einen Absatzeinbruch: Das CAM erwarte im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um rund zehn Prozent auf 324.000 Einheiten. Trotz rückläufiger Absatzzahlen bleibe die USA jedoch nach China mit weitem Abstand immer noch der zweitwichtigste Markt für Elektromobilität. Insgesamt sei in den USA der Marktanteil von E-Fahrzeugen von 2,1 Prozent auf 1,9 Prozent gesunken, rund 75 Prozent der abgesetzten E-Fahrzeuge waren reine E-Autos.

Deutschland stieg nach der Analyse des CAM 2019 zum drittgrößten E-Fahrzeugmarkt auf und nimmt zunehmend eine Treiberrolle beim Wachstum der Elektromobilität ein. Bis zum Jahreswechsel wurden demnach mit einem Plus von 50 Prozent rund 109.000 E-Fahrzeuge neu zugelassen. Der Marktanteil stieg von 2,0 auf 3,0 Prozent, darunter 58 Prozent reine Elektroautos und 42 Prozent Plug-in-Hybride. Durch das erweiterte Angebot an Plug-in-Hybriden verdreifachte sich deren Absatz im letzten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dadurch wurden auch erstmals wieder mehr Plug-In-Hybride als rein elektrische Fahrzeuge neu zugelassen.

Norwegen ist jetzt nach Deutschland nur noch das zweitstärkste E-Fahrzeug-Land in Europa, so das CAM. 2019 seien dort die Neuzulassungen auf 80.000 Einheiten (+10 %) gestiegen. Seine Ausnahmeposition beim Marktanteil habe das Land jedoch bestätigt, dieser stieg von 49,1 Prozent im Vorjahr auf 55,9 Prozent. Rund 76 Prozent der neu zugelassenen E-Fahrzeuge waren reine Elektroautos, 24 Prozent Plug-in-Hybride.

Abbildung2
Marktanteile E-Fahrzeuge 2019/2018 (Zum Vergrößern anklicken)

„Das Jahr 2019 ist ein Übergangsjahr der Elektromobilität mit zwiespältigen Tendenzen“, kommentiert Studienleiter Stefan Bratzel die Zahlen. „Es zeigt sich, dass die Absatzdynamik im positiven wie im negativen Sinne durch regulatorische Rahmenbedingungen in erheblichem Maße beeinflusst ist. Um Fehlsteuerungen und daraus folgende Marktverzerrungen zu vermeiden, muss die Politik langfristig angelegte Förderkulissen entwerfen, die sowohl die umweltpolitischen als auch soziale und wirtschaftspolitische Ziele adressieren.“

In Deutschland besteht laut Bratzel Anpassungsbedarf, etwa im Hinblick auf die „artgerechte“ Förderung von Plug-in-Hybriden oder auch bezüglich der Dauer und Höhe der Förderung. „Grundsätzlich erwarten wir im neuen Jahr in Deutschland und Europa eine sehr hohe Dynamik, die neben der Regulatorik vor allem von den massiven Produktanstrengungen vieler Hersteller getrieben sein wird“, so der Autoexperte.

Dieser Blog Artikel wurde auf ecomento.de veröffentlicht.

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