Start Elektroautos E-VW ID.3 “weit entfernt von der Marktreife”, sagt Insider

E-VW ID.3 “weit entfernt von der Marktreife”, sagt Insider

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E-VW ID.3 “weit entfernt von der Marktreife”, sagt Insider

VWs Elektroauto-Hoffnungsträger ID.3 soll wie angekündigt ab Sommer ausgeliefert werden, das hat das Top-Management wiederholt betont. Das Team rund um Konzernchef Herbert Diess räumte allerdings auch ein, dass es bei der Software für die neue Baureihe noch hakt. Das ist wohl weiter der Fall.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet von einer „brisanten Dreiecksgeschichte“: Volkswagen spreche mit Daimler über ein gemeinsames Betriebssystem. Parallel tausche sich der schwäbische Wettbewerber mit BMW zu diesem Thema aus. Eine enge Kooperation würde Kosten sparen, vor allem aber Kompetenzen bündeln – den hiesigen Autobauern mangelt es noch an Software-Know-how, insbesondere im Vergleich zu US-Elektroautobauer Tesla.

Volkswagen steht stark unter Druck: Der ID.3 wird seit November 2019 produziert, läuft aber noch mit unfertiger Software von den Bändern. Der finale Code soll erst kurz vor dem Marktstart auf die bis dahin zwischengelagerten Neuwagen aufgespielt werden. Der ID.3 läutet bei Volkswagen eine umfassende E-Mobilitäts-Offensive ein. Die Wolfsburger wollen zum weltweit führenden Massenhersteller von Elektroautos werden. Anders lassen sich die künftig deutlich strengeren CO2-Vorgaben in der EU und anderen Ländern nicht erfüllen. Bis zum Jahresende will der Konzern 100.000 E-Autos auf die Straßen bringen, schon bald sollen es Millionen pro Jahr sein.

Dass Volkswagen sowohl mit Daimler wie auch BMW bei Software kooperiert, dürfte kartellrechtlich nicht durchzusetzen sein. Wie der Stand ist, wollte auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung keines der Unternehmen sagen. Volkswagen habe sich jedoch zum ID.3 geäußert: „Super läuft es nicht“, so ein Sprecher. Man werde „die eine oder andere geplante Funktion“ zunächst streichen und später über ein Update nachliefern.

In dem Bericht werden auch Insider zitiert, nach denen der ID.3 „weit entfernt von der Marktreife“ sei. Einen industriellen Fertigungsprozess gebe es bei dem Modell noch nicht, im Sommer müssten daher wohl „in Handarbeit“ entstandene Fahrzeuge präsentiert werden. „Das hat mit Serienproduktion nichts zu tun“, heiße es aus Konzernkreisen. Ein großes Problem sei, dass Volkswagen die benötigten Software-Experten nicht bekommt – viele davon würden sich gegen die Autoindustrie entscheiden. Und auch Abgänge erschweren die Entwicklungsarbeit, so verlässt etwa IT-Chef Martin Hofmann Ende des Monats das Unternehmen.

Um sich für die neuen CO2-Flottenziele der EU besser aufzustellen, soll Volkswagen über eine Umverteilung von Ressourcen zugunsten der Tochter Porsche nachdenken. Deren neues, überaus populäres Elektroauto Taycan könnte zur Verbesserung der C02-Bilanz in größerer Stückzahl in Europa statt in den USA zugelassen werden, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Bei der Zuteilung von derzeit knappen Batteriezellen werde der Sportwagenbauer bereits bevorzugt, dadurch stünden aktuell bei der Schwester Audi weniger Akkus für das Elektro-SUV e-tron zur Verfügung.

Dieser Blog Artikel wurde auf ecomento.de veröffentlicht.

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