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Mittwoch, Februar 19, 2020
Start Elektroautos VW ID.3: Weniger Batteriezellen dank Leichtbau

VW ID.3: Weniger Batteriezellen dank Leichtbau

Ludger Lührmann verantwortet bei Volkswagen die Karosserieentwicklung. In einem Interview hat er über die Bedeutung von Leichtbau für die geplanten neuen Elektroautos des Konzerns gesprochen. Obwohl etwa beim kommenden Kompaktwagen ID.3 bisher öffentlich nicht beworben, habe das Thema eine große Relevanz.

Leichtbau wirke sich bei Elektroautos positiv auf die Reichweite und Beschleunigung aus. „Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Gewichtsersparnis und dadurch zusätzlich zur Verfügung stehender Reichweite“, erklärte Lührmann dem Branchenportal Automobil Industrie. Die Batteriesysteme reichweitenstarker E-Autos würden zudem für eine „Gewichtsspirale“ bei anderen Bauteilen sorgen, es gebe jedoch Limitierungen bei den Produktionsanlagen.

Volkswagen habe künftig den Vorteil, bereits in der Fahrzeugkonzeption das Gesamtgewicht planen und begrenzen zu können. Bei zuvor auf Basis von Verbrenner-Modellen umgerüsteten Modellen wie dem e-Golf war dies nicht der Fall. Um das Gewicht im Rahmen zu halten, finde eine „sorgfältige Dimensionierung“ der Fahrzeuge sowie „eine geschickte Abstimmung“ der wesentlichen Gewichtstreiber statt, so Lührmann. Die Volkswagen-Ingenieure setzten zur Optimierung auch auf künstliche Intelligenz, beispielsweise hinsichtlich des Materialeinsatzes. Außerdem werde der Serieneinsatz neuer Leichtbauwerkstoffe geprüft.

VW-ID3-MEB

Beim ID.3 und weiteren Baureihen der neuen Elektroauto-Familie ID. habe Volkswagen „ganz besonderen Wert auf Leichtbau in allen Fahrzeugteilen“ gelegt, sagte Lührmann. Dieser Aspekt habe bislang nicht im Mittelpunkt des Marketings gestanden, da man sich zunächst auf die vielen neuen Technologien wie Digitalisierung, Konnektivität und Selbstfahr-Funktionalitäten konzentrieren wollte. Auch sei Leichtbau bei den ID.-Modellen „kein Selbstzweck“, sondern eine Maßnahme im Hintergrund für möglichst hohe Reichweiten.

Der ID.3 und folgende Voll-Stromer von Volkswagen bauen auf dem modularen Elektroauto-Baukasten MEB auf. Dieser enthalte eine Reihe von Leichtbaumaßnahmen, erläuterte Lührmann. Dazu würden Aluminium-Schweller, „ultrahochfeste“ Sitzquerträger, dünne hochfeste Türaußenbleche, eine Kunststoffheckklappe und ein Batteriegehäuse aus Aluminium gehören. Dadurch seien im Gesamtpaket mit dem ID.3 mit der großen 77-kWh-Batterie bis zu 550 Kilometer Reichweite möglich – das biete „kein anderes Elektrofahrzeug im A-Segment“.

Leichtbau sei zwar immer noch teuer, könne die Produktion mitunter aber auch effizienter machen. Volkswagen habe Bauteile und Konzepte entwickelt, die an allen Standorten des Konzerns eingesetzt werden können. Das sei etwa bei der Fertigung einer Vollaluminium-Karosserie nicht kosteneffizient darstellbar, so Lührmann. Als Beispiele für Leichtbau bei den ID.-Modellen nannte er den verstärkten Einsatz von dichtereduzierten Materialien für Unterbodenschutz und Dämpfungen, Leichtbaumodule für unter anderem das Batteriegehäuse sowie Crashrohre aus Faserverbundwerkstoffen.

Darauf angesprochen, welchen Beitrag Leichtbau zum Klimaschutz und der Ressourcenschonung leisten könne, verwies Lührmann auf die künftig zu günstigeren Konditionen verfügbaren Elektroautos mit höherer Reichweite. Statt mehr Batteriezellen teuer zu erkaufen, investiere der Konzern in bezahlbaren Leichtbau und schone damit Ressourcen.

Dieser Blog Artikel wurde auf ecomento.de veröffentlicht.

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